Wir entdeckten nicht nur den Frühling...!!!
Voller Vorfreude auf unsere Frühlingswanderung kamen die Kinder mit ihren prallgefüllten Rucksäcken in die Kindertagesstätte. Gemeinsam mit den Erzieherinnen bestückten sie noch schnell die Bollerwagen mit allem, was man zu einer Wanderung mit Picknick benötigt.
Dann hieß es: „Auf geht’s zum Kalkhof!“
Obwohl der Frühling in den letzten Tagen schon Einzug hielt, zeigte er sich an diesem Tag nicht gerade von seiner besten Seite. Aber das tat unserer Freude auf diesen Ausflug keinen Abbruch! Hauptsache der Himmel „weinte“ nicht!!
Und so war es auch: Schon auf dem Weg zum Kalkhof entdeckte, jeder auf seine Weise, das „Frühlingserwachen“ der Natur. In den Vorgärten sahen wir, wie die Krokusse, Osterglocken und andere Frühlingsblüher ihre Köpfe aus der Erde streckten. Einige Kinder erblickten die ersten Veilchen am Wegesrand, andere Kinder bestaunten die ersten Knospen und Blühten an den vielen Bäumen und Sträuchern. Aber auch jeder Stein, jede Schnecke oder jeder Wurm wurde von den Kindern ganz genau in Augenschein genommen.
Dass so ein langer „Marsch“ und soviel Entdeckergeist hungrig machen, versteht sich ja von selbst. Also breiteten wir am „Schafstall“ unsere Decken aus und genossen erst einmal in aller Ruhe unser Picknick.
Mit den Worten: „Hallo Kinder, schön das ihr heute hier seid. Ich möchte euch gerne einiges zeigen und erzählen. Kommt ihr mit mir?“ begrüßte uns Frau Timmersberg.
„Oh, ja! Wohin gehen wir denn und was möchtest Du uns zeigen?“ fragten die Kinder neugierig. „Zuerst schauen wir uns die Schafe im Schafstall an. Seht mal, hier in der Box ist unser jüngstes Lämmchen mit seiner Mutter. Das Lämmchen ist gerade einmal drei Tage alt!“ erklärte Frau Timmersberg. Die Kinder waren ganz hin und weg von dem Lämmchen. Nachdem alle Kinder das Lämmchen und seine Mutter bestaunt hatten, durfte jedes Kind das Lämmchen einmal auf den Arm nehmen. Danach bewunderten die Kinder noch die restlichen, ca. 200 Schafe im Schafstall.
„Wisst ihr eigentlich, was man aus der Schafwolle alles machen kann?“ lautete die nächste Frage von Frau Timmersberg. „Pullover stricken“, war die Antwort von Hannah. „Richtig, man kann zum Beispiel Pullover stricken oder Schals und Strümpfe“, erwiderte Frau Timmersberg. „Nur kann man nicht gleich mit dieser Schafwolle stricken. Zuerst muss die frisch geschorene Wolle gewaschen werden“, erklärte sie den Kindern. „In der Waschmaschine?“ fragte Lennart . „Oh, nein, nicht in der Waschmaschine. Die Wolle wird in der Badewanne gewaschen. In das Wasser macht man etwas Haarshampoo, um das Fett aus der Wolle zu ziehen. Und dieser Vorgang muss achtmal wiederholt werden“, erläuterte Frau Timmersberg. Die Kinder waren ziemlich überrascht. Sie konnten sich das erst gar nicht so richtig vorstellen.
„Und wie machst Du die Wolle wieder trocken“? war die nächste Frage der Kinder. „Ich lege die Wolle über Nacht auf die Heizung. Damit sie jedoch nicht verbrennt,
lege ich ein Handtuch unter die Wolle“, erklärte Frau Timmersberg den Kindern. „Kann man jetzt mit der Wolle stricken“? fragte Nora ganz interessiert. Daraufhin zeigte Frau Timmersberg den Kindern einen „Klumpen“ frischgewaschene Wolle und erklärte ihnen gleichzeitig, dass die Wolle erst gekämmt werden muss. „Gekämmt?“ fragten die Kinder, „mit einem Kamm?“ Da musste sie nun doch lachen. „Schaut mal Kinder, dies ist eine Wollkämmmaschine. Ich zeige euch jetzt einmal, wie diese Maschine funktioniert.“
Und schon ging es los. Frau Timmersberg nahm ein bisschen Wolle, legte sie in die Wollkämmmaschine und drehte an der Kurbel. Nach einer Weile kam auf der anderen Seite ein Wollfaden aus der Maschine. Da staunten nicht nur die Kinder. Nein, auch wir Erzieherinnen fanden diesen Vorgang sehr interessant. Damit auch die Kinder ein Gefühl für diesen Arbeitsschritt bekamen, durften sie alle einmal etwas Wolle durch die Wollkämmmaschine drehen. „Nun, mit diesem Wollfaden allein kann man noch keinen Strumpf stricken. Dazu braucht man noch ganz, ganz viele Wollfäden, welche dann zu einem Wollknäuel verarbeitet werden“, erklärte Frau Timmersberg den Kindern weiter. „Aber man kann die Wolle nicht nur zum Stricken verwenden, sondern es werden auch Schaffelle und Hausschuhe aus der Schafwolle hergestellt. Weiterhin verwendet man die Wolle auch zum Filzen, zum Beispiel wie diese Fische oder dieses Schaf hier“, klärte Frau Timmersberg die Kinder auf.
Während die älteren Kinder sehr aufmerksam und interessiert den Ausführungen von Frau Timmersberg folgten, nahmen unsere Jüngsten die Gelegenheit wahr und schaukelten mit großem Vergnügen auf einem Schaukelschaf.
Mit den Worten: „Vielen Dank für ihre umfangreiche Darbietung“, bedankte sich Frau Krause im Namen der Kinder und dem Kita- Team mit einem kleinen Präsent.
Nun war es aber an der Zeit, auch die Pferde und Lamas zu besuchen. Mit voller Freude begrüßten die Kinder die Tiere, streichelten und fütterten sie. Nach einer Weile bekamen wir Besuch von Frau Ilse von Scharfenberg, der Besitzerin des Kalkhofs. Wie immer begrüßte sie uns herzlich und brachte uns ihre Freude über unseren Besuch zum Ausdruck, indem sie für jeden von uns eine Überraschung in Form einer Süßigkeit bereit hielt, worüber wir uns sehr freuten. „Wir haben auch eine Überraschung für sie“, sagte Frau Krause und überreichte ein kleines Präsent an Frau von Scharfenberg.
Leider ging die Zeit viel zu schnell vorbei und es hieß Abschied nehmen von den netten Menschen und all den Tieren, welche uns bei diesem Ausflug begegnet waren. Für uns ging wieder einmal ein schöner Vormittag mit vielen neuen Eindrücken zu Ende und wir traten den Heimweg zur Kindertagesstätte an.
Vielen Dank sagen wir Frau Ilse von Scharfenberg für die herzliche Aufnahme und die Süßigkeiten. Unser Dank gilt auch Frau Timmersberg, die sich die Zeit nahm und uns so viel Neues über die Schafwolle lehrte.



Auf geht’s zum Kalkhof!






