Sei gegrüßt, lieber Nikolaus...
„Kommt der Nikolaus auch zu uns in die Kindertagesstätte? Wann kommt denn nun endlich der Nikolaus zu uns?“ waren einer der vielen Fragen der Kinder am Nikolaustag. „Ob und wann der Nikolaus kommt, können wir euch nicht sagen“, antworteten wir. Dies war natürlich nicht die Antwort, welche die Kinder erwarteten. „Ihr wisst, dass der Nikolaus heute ganz viel zu tun hat. Aber vielleicht hat er doch etwas Zeit und kommt mit seinem Schlitten zu uns gefahren“, versuchten wir die Kinder zu trösten.
Jedes Mal, wenn die Kindertagesstättentür aufging, schöpften die Kinder neue Hoffnung, wurden aber immer wieder enttäuscht. Mit der Zeit waren die Kinder so in ihr Spiel vertieft, dass sie schon nicht mehr mit dem Besuch des Nikolaus rechneten.
Plötzlich klopfte es ziemlich laut an die Gruppentür des Waldschlösschens. Die Kinder ließen alles stehen und liegen, schauten gespannt zur Tür und riefen: „Herein. Wer kommt denn da?“ „Der Nikolaus ist hier“, ertönte eine tiefe Stimme von draußen. Frau Schäfer öffnete die Tür und der Nikolaus trat ein. Auf seinem Rücken trug er einen großen, schweren Sack.
„Guten Morgen, liebe Kinder. Bin ich hier richtig im Waldschlösschen?“, war seine erste Frage. „Ja“, riefen die Waldschlösschenkinder ganz aufgeregt, „da bist du ja endlich, lieber Nikolaus.“ „Obwohl ich mit meinem Schlitten, den vier Rentiere ziehen, zu euch gekommen bin, war es ein weiter Weg. Aber ich besuchte auch schon viele andere Kinder“, erklärte der Nikolaus.
Er setzte sich auf einen Stuhl, holte sein goldenes Buch hervor und sagte: „In dieses goldene Buch schrieben mir meine Engelchen alles über euch auf.“ Dann trat jedes Kind einzeln hervor, hörte sich die Worte des Nikolaus an und durfte sich ein Geschenk aus seinem großen Nikolaussack nehmen.
„Wir haben auch ein Geschenk für dich, lieber Nikolaus“, sagten die Kinder und sangen das Lied: „Sei gegrüßt, lieber Nikolaus, wieder gehst du von Haus zu Haus. Alle Kinder lieben dich, warten schon und freuen sich...“. Der Nikolaus bedankte sich bei den Kindern, schnappte sich seinen leeren Sack und verabschiedete sich mit den Worten: „Tschüß, liebe Kinder, bis zum nächsten Jahr! Da noch mehr Kinder auf mich warten, muss ich jetzt weiterziehen“. Die Kinder gingen bis zur Gruppentür mit und winkten dem Nikolaus fröhlich hinterher.
Auf dem Spielplatz der Kindertagesstätte, im hohen Schnee, stand sein Schlitten mit den Rentieren. Schnell füllte er seinen Sack mit neuen Geschenken und besuchte die Kinder der Gruppe Elfental, danach die Wichtelnestkinder und zum Schluss die Kinder aus dem Zauberwald. Auch die Kinder aus dem Elfental, Wichtelnest und Zauberwald erfreuten den Nikolaus mit einem Lied bzw. einem Gedicht oder einem selbstgemalten Bild.
Als der Nikolaus alle Kindertagesstättenkinder besucht hatte, lief er schnell zu seinen Rentieren, gab ihnen etwas Heu und Wasser, um sie für die weitere Reise zu stärken, setzte sich auf seinen Schlitten und fuhr weiter zu den anderen wartenden Kindern in Wanfried.
Am Mittag, als die Eltern ihre Kinder abholten, gab es nur ein Gesprächsthema: „Mama, Papa, der Nikolaus war da und hat allen Kindern ein Geschenk mitgebracht. Der Nikolaus war ganz lieb, er hatte keine Rute dabei und hat niemanden in seinen Sack gesteckt“, erzählten die Kinder mit strahlender Miene. Auch wenn manche Eltern erstaunt über diesen Nikolaus waren, und sich nicht vorstellen konnten, dass er nur „Gutes“ zu den Kindern gesagt hatte, freuten sie sich über die leuchtenden Augen ihrer Kinder.



Sei gegrüßt, lieber Nikolaus...






