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Immer wieder kommt ein neuer Frühling, immer wieder kommt ein neuer März…

„Habt ihr denn schon einmal in euren Garten geschaut und gesehen was sich dort verändert hat?“, fragte Kathrin die Kinder im Morgenkreis. „Der Schnee ist nicht mehr da“, antwortete Levin. „Der Schnee ist doch schon lange weg!“, warf Lavinia ein, „und außerdem lag gar nicht so viel Schnee“. „Das stimmt“, sagte Kathrin, „aber wer genauer hinschaute hat etwas anderes entdeckt“. „In unserem Garten blühen weiße Blumen“, erzählte Angelina. „Sie sind klein und es gibt ganz viele davon“, berichtete sie weiter. Die Kinder schauten Angelina ganz erstaunt an und Alexander sagte: „Es ist doch noch Winter, da gibt es keine Blumen im Garten!“

Es entstand eine richtige „Diskussionsrunde“ unter den Kindern. Nach einer Weile mischte sich Kathrin in die Unterhaltung ein, indem sie den Kindern erklärte, dass wirklich schon die ersten Blumen blühen. „Das sind die ersten Frühlingsblüher“, sagte sie und stellte einen Blumenkorb in die Mitte des Stuhlkreises.
„Wer von euch kennt einer dieser Blumen?“, fragte Kathrin. Ilai antwortete: „Das ist eine Hyazinthe. Die wächst in unserem Garten!“ „Diese Blumen hat meine Mama in unseren Blumenkasten gepflanzt“, erzählte Vivien und zeigte auf die gelben Blümchen.  „Aber wie die heißen weiß ich nicht mehr.“ „Das sind Primelchen. Die blühen in verschiedenen Farben“, sagte Kathrin, „und dies sind Hornveilchen“, erklärte sie weiter.

Anhand eines Bilderbuches zeigte Kathrin den Kindern, welche Blumen aus einer Zwiebel wachsen und welche Blumen aus Samenkörner gedeihen und sagte: „Wenn erst einmal die Krokusse, die Tulpen und die Osterglocken blühen, dann ist der Frühling nicht mehr weit. Mit diesem Blumenkorb haben wir uns den Frühling ins Wichtelnest geholt. Und dazu singen wir jetzt gemeinsam das Lied vom Frühling.“
Immer wieder kommt ein neuer Frühling, immer wieder kommt ein neuer März. Immer wieder bringt er neue Blumen, immer wieder Licht in unser Herz.

Hokuspokus steckt der Krokus seine Nase schon ans Licht.
Immer wieder kommt ein neuer...
Auch das Häschen steckt sein Näschen frech aus seinem Bau.
Immer wieder kommt ein neuer...
Still und leise hat die Meise sich ein neues Nest gebaut.
Immer wieder kommt ein neuer...
Auch die Schlange freut sich lange schon auf ihre neue Haut.
Immer wieder kommt ein neuer...
Und die Sonne strahlt voll Wonne, den der Winter ist vorbei.
Musste sich geschlagen geben, ringsherum will alles leben. Farbenpracht aus Schnee und Eis, so schließt sich der Lebenskreis.
Immer wieder kommt ein neuer Frühling, immer wieder kommt ein neuer März. Immer wieder bringt er neue Blumen, immer wieder Licht in unser Herz.
Das Wachsen der Zwiebel und das Gedeihen der Samenkörner  werden wir demnächst „live“ erleben...

...Fortsetzung folgt !!!

 

„Mit nackten Füßen durch das Gras, das macht uns Kindern viel Spaß!!!“

Die ersten Vorboten des Herbstes hüllten Wanfried in eine dicke Nebeldecke ein. Die morgendlichen Temperaturen waren ein weiteres Zeichen dafür, das sich der Sommer dem Ende neigt. Doch dadurch wurde die Freude an unserem Ausflug zum Barfußpfad nicht getrübt. Ganz im Gegenteil; voller Tatendrang packten wir unseren Bollerwagen und machten uns auf den Weg, welcher uns erst einmal durch unser schönes Städtchen führte. Hier und da trafen wir interessierte Wanfrieder, die uns fragten: „Hallo Kinder, macht ihr einen Ausflug?“ „Ja, wir sind auf dem Weg zum Barfußpfad“, antworteten wir voller Freude. „Zum Barfußpfad? Ist das nicht zu kalt für euch?“, fragten sie weiter. „Oh, nein. Bestimmt scheint gleich die Sonne und dann wird es schön warm“, erwiderten wir hoffnungsvoll.

An der Werra angekommen begrüßten wir zuerst die Rehe und die Wild-schweine, die gerade ihr Frühstück verschlangen. Da auch wir nach so einem langen Fußmarsch Hunger bekamen, suchten wir uns an der Tretanlage ein schönes Plätzchen zum Picknicken. Wir breiteten unsere Decken aus und siehe da, schon durchbrachen die ersten Sonnenstrahlen die dicke Nebeldecke.  Nachdem wir uns alle gestärkt hatten, der Nebel immer tiefer sank und die Sonne die Erde immer mehr erwärmte, zogen wir unsere Schuhe und Strümpfe aus und liefen über das noch ziemlich feuchte Gras zum Barfußpfad.

Zuerst riefen noch manche Kinder: „Oh, ist das nass und kalt!“ Doch nach einigen Schritten nahmen sie das nicht mehr wahr und gingen frohen Mutes weiter.

Die „Felder“ des Barfußpfades sind mit unterschiedlichen Materialien, wie Sand, Kieselsteine, große Steine, Rindenmulch und Tannenzapfen gefüllt. Bei unserem ersten Rundgang taten uns die Füße doch etwas weh. „Au, mich piekst es am Fuß“, riefen einige Kinder. Andere wiederum gingen über den Barfußpfad, als würden sie über einen weichen Teppich laufen. Je öfter wir über die „Felder“ spazierten, um so mehr „glühten“ unsere Füße. Dies war ein Zeichen dafür, sie gut durchblutet waren.

Anschließend gingen wir zu der Wasserpumpe und wuschen unsere Füße. Dann hieß es: „Alle Kinder ziehen ihre Strümpfe und Schuhe wieder an!“ Natürlich wären wir gerne noch ein bisschen geblieben, aber wie alles Schöne ging auch dieser Vormittag vorbei.

 

Rica erlebt Ostern...

„Könnt ihr euch noch daran erinnern, dass wir in der Adventszeit jeden Tag im Morgenkreis eine Geschichte gehört haben?“, fragte Theresina eines Morgens die Kinder. „Ja, von Maria und Josef“, antwortete Jasmin. „Richtig! Und könnt ihr euch noch an den „Krippenweg“ erinnern“? fragte Theresina weiter. „Er zeigte uns den weiten und beschwerlichen Weg von Maria und Josef nach Bethlehem“, wusste Kathrin zu berichten. „Und von Jesus Geburt haben wir auch gehört“, warf Lennart ein. „Ja, an Weihnachten feiern wir immer die Geburt von Jesus. Und mit den Jahren wurde aus dem Kind ein Mann“, erklärte Theresina den Kindern, „der viele aufregende Ereignisse erlebt hat. Und von diesen Geschehnissen werden wir in den nächsten Tagen bis zu Ostern hören.“

Und so war es dann auch!!!

Am nächsten Tag trafen wir uns im Morgenkreis, setzten uns  gemütlich auf unsere Kuschelkissen, um gemeinsam von den Geschehnissen zu hören. In der Mitte des Sitzkreises stand unsere „Jesuskerze“, die wir zu Beginn des Rituals anzündeten.

Doch dann geschah etwas seltsames: Ein kleines Stoffschaf gesellte sich zu uns in den Morgenkreis. Mit den Worten: „Hallo Kinder, ich bin Rica, das kleine Schaf“, nahm es in unserem Kreis Platz. Erstaunt fragten die Kinder das Schaf, woher es kommt und so begann Rica zu erzählen: „Eigentlich weide ich am liebsten auf den Wiesen neben der Straße, die nach Jerusalem führt. Dort gibt es immer etwas Neues zu hören und zu sehen. So erfahre ich von Jesus und den aufregenden Ereignissen, die an diesem Passahfest in Jerusalem geschehen.“ „Das ist aber ganz schön weit von Jerusalem bis zu uns nach Wanfried“, stellte Emma fest. „Das ist wohl richtig. Aber ich bin gerne zu euch gekommen, um euch von den Geschehnissen zu erzählen. Ich habe euch auch etwas mitgebracht: Einen Osterkalender, in dem die Ereignisse geschrieben stehen. Dazu gehören auch diese Folien, die wir gemeinsam zu einem Oster-Fensterbild an euer Gruppenfenster kleben werden“, erläuterte Rica.

Rica erklärte den Kindern, dass es jetzt für einige Zeit bei uns im Wichtelnest bleiben möchte und uns jeden Tag im Morgenkreis eine Geschichte aus dem Osterkalender erzählen wird. „Bevor ich euch die erste Geschichte erzähle, sprechen wir gemein-sam ein Gebet“, sagte Rica zu den Kindern, „und das geht so: Zu Ostern in Jerusalem, da ist etwas geschehen, das ist noch heute wunderbar, nicht jeder kann’s verstehen. Hört, hört, hört, hört, nicht jeder kann’s verstehen. Hört, hört, hört, hört, nicht jeder kann’s verstehen.“

Dann erzählte Rica: „Wie ich schon sagte, weide ich, mit noch vielen anderen Schafen an der Straße nach Jerusalem, in dem fernen Land Israel. Der alte Hirte Manuel, seine Frau Rahel und der Hirtenjunge Joschi passen auf uns auf. Sie beschützen uns vor Räubern und wilden Tieren. Jan und Fido, die beiden Hunde, helfen ihnen dabei. Mehr über uns erzähle ich euch morgen. Bevor wir jetzt das Bild dazu aufkleben, möchte ich mit euch ein Lied singen. Vielleicht kennt ihr das schon. Es heißt: „Gottes Liebe ist so wunderbar...“ „Ja“, sagte Angelina, „das haben wir schon einmal in der Kirche gesungen.“ Und so sangen wir gemeinsam:

Gottes Liebe ist so wunderbar, Gottes Liebe ist so wunderbar, Gottes Liebe ist so wunderbar, so wunderbar groß. So hoch, was kann höher sein? So tief, was kann tiefer sein? So weit, was kann weiter sein? So wunderbar groß!

Danach ging Rica mit Milena an das Fenster, um die erste Folie aufzukleben. Anschließend setzten sie sich wieder in den Kreis und wir sangen zum Abschluss unseres Rituals das Lied: „Halte zu mir guter Gott, heut den ganzen Tag. Halt die Hände über mich, was auch kommen mag. Halte zu mir guter Gott, heut den ganzen Tag. Halt die Hände über mich, was auch kommen mag“.

„So Kinder, ich setze mich nun auf die Fensterbank, um mich etwas auszuruhen. Morgen treffen wir uns dann wieder im Morgenkreis, wo ich euch von einem Mann auf einem Esel erzählen werde. Vivien, kannst Du bitte noch die Jesuskerze auspusten? Danke!“, sagte Rica, nahm den Osterkalender und setzte sich auf die Fensterbank.

Die Kinder schauten ganz anmutig hinter Rica her.
„Hören wir morgen wirklich wieder eine Geschichte von Rica?“, fragte Levin. „Ich denke schon“, erwiderte Theresina und fragte: „Haben euch der Besuch und die Geschichte von Rica gefallen?“
Ein „oh, ja“, war die Antwort der Kinder.

An den folgenden Tagen erzählte Rica immer neue Geschichten im Morgenkreis, die da hießen: „Manuel erzählt“, „Die neue Welt Gottes“, „Das große Fest“, „Im Garten Getsemane“, „Ein Freund verrät Jesus“, „Petrus folgt Jesus“, „Petrus ist traurig“, „Manuel kehrt zurück“, „Drei Frauen gehen zum Grab“, „Ein Wunder ist geschehen“ und „Alle freuen sich“. Umrahmt wurden die Erzählungen von dem Gebet und den beiden Liedern sowie dem Aufhängen eines Folienbildes. Da Rica all diese Geschehnisse miterlebt hatte, waren die Erzählungen mit vollem Leben erfüllt. Mit den Worten: „Es ist Ostern. Ihr habt die Geschichte nun auch gehört und könnt sie weitererzählen. Besonders an Ostern. Denn Ostern ist das Fest, an dem wir uns an diese Geschichte erinnern – an die Ostergeschichte“, verabschiedete sich das Schaf Rica. „Wo gehst du jetzt hin?“, fragten die Kinder. „Ich gehe wieder zurück zu meiner Herde nach Israel. Vielleicht komme ich bald mal wieder zu euch“, antwortete Rica und machte sich auf den Weg.

„Das fertige Oster- Fensterbild“

 
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